Werkstoff erkennen

Ist mein Möbel aus Massivholz?

Manchmal ist es auf den ersten und zweiten Blick gar nicht so einfach festzustellen, ob ein Möbel aus Massivholz ist oder nicht. Es gibt Platten die furniert sind (mit dünnen Holzplatten beleimt) oder mit Kunststoff in Holzdekor beschichtet sind und Massivholz täuschend ähnlich sehen. Irreführende Bezeichnungen wie „Echtholz-Optik“ tragen noch ihren Teil dazu bei. Oft wird davon ausgegangen, ein massives Möbel zu kaufen oder zuhause zu haben, obwohl es nicht stimmt.

Legt man Wert auf Massivholz sollte bereits bei der Anschaffung eines Möbels darauf geachtet werden. Doch auch wenn man vorhat ein Möbel zu reparieren, restaurieren, umzubauen oder zu verheizen, ist es gut zu wissen aus welchem Material es besteht.

Um zu erkennen ob ein Möbelteil aus Massivholz besteht, gibt es einen einfachen Trick: Plattenwerkstoffe bekommen meistens Kanten aufgeleimt und haben somit an keiner Kante „Hirnholz“ sichtbar. Hirnholz wird das Holz genannt, dass man im Querschnitt sieht, also z.B. wenn man einen Baum quer durchsägt. Man sieht die Jahresringe als Kreise bzw. Kreisausschnitte.

Ist an einer Kante der Plattenwerkstoff, z.B. eine Spanplatte, Sperrholz, usw. erkennbar ist der Fall sowieso eindeutig.

Verläuft die Maserung auf allen Flächen und Kanten ähnlich, nämlich in Längsrichtung, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um Massivholz.

Ist auf zwei Kanten, meistens auf den Schmalseiten, Hirnholz sichtbar, handelt es sich ziemlich sicher um Massivholz (außer der Plattenhersteller ist so gewieft auf die Stirnseite Hirnholz aufzudrucken).

Falls du dir bei deinem Möbel nicht sicher bist, oder wissen möchtest um welchen Werkstoff  oder welche Holzart es sich genau handelt, kannst du gerne ein Foto schicken oder mit dem Teil im Holzatelier vorbeikommen.

Massivholzplatte mit Hirnholz

Massivholzplatte mit Hirnholz

Baum Querschnitt

Gartenmöbel

Pflegen und reparieren

Gartenbank

Jetzt, im Winter wo die Gartenmöbel nach einer langen Saison im Freien mehr oder weniger gut geschützt ruhen dürfen, ist ein guter Zeitpunkt um sie zu pflegen und zu reparieren.

Eine gute Lagerung vorausgesetzt, im Schuppen, Keller oder der Garage, sind sie jetzt relativ trocken. Das ist eine gute Voraussetzung für eine eventuelle Oberflächenbehandlung oder Verleimung. In beiden Fällen ist es günstig, das Möbel soweit es einfach geht zu zerlegen, um es besser handhaben zu können und auch die sonst schwer zugänglichen Stellen zu erreichen.

Reparieren

Lockere Verbindungen, die neu Verleimt werden sollen, werden gelöst und der alte Leim so gut wie möglich entfernt. Die neue Verleimung sollte unbedingt mit einem geeigneten Leim für den Außenbereich erfolgen. Hier bietet sich z.B. Polyurethan-Leim (PUR-Leim) an, da dieser aufquillt und so auch durch die Jahre entstandene Lücken füllt.

Soll die Oberflächenbehandlung erneuert werden, ist es gut zu wissen womit das Möbel bisher behandelt war. Auch wenn nicht das gleiche verwendet wird ist es gut zu wissen ob sich die alte und neue Oberflächenbehandlung vertragen. In den meisten Fällen wird es Sinnvoll sein, die Oberfläche leicht anzuschleifen, mit Körnung 150-180 (Herstellerangaben beachten!).

Oberfläche

Im Idealfall ist das Holz von selbst gut witterungsbeständig und braucht eine Oberflächenbehandlung höchstens zu optischen Zwecken (z.B. Eiche, Lärche, Robinie,…). Falls nicht, ist trotzdem ein offenporiges und atmungsaktives Oberflächenmittel zu empfehlen (z.B. Öl oder Dünnschichtlausuren auf Ölbasis). Deckende Oberflächenmittel, wie Lacke und Dickschichtlasuren bieten nur solange Schutz, solange sie vollständig intakt sind. Sobald die Oberfläche Risse oder andere Beschädigungen bekommt, was im Außenbereich schnell mal passiert, kann Wasser eindringen aber nicht mehr so gut austrocknen wie bei einer offenen Oberfläche. Dadurch wird das Holz oft schneller kaputt als hätte es gar keinen Oberflächenschutz, bzw. muss die deckende Oberflächenbehandlung öfter kontrolliert und  erneuert werden.

Wenn du Fragen zu deinen Gartenmöbeln hast oder Hilfe beim Reparieren und Renovieren brauchst, wende dich gerne an das Holzatelier oder komm zu den nächsten Projekttagen.

Gartenmöbel
Holz schleifen

Der richtige Schliff

Massivholz richtig schleifen

Oberflächen aus Massivholz und massiven Plattenwerkstoffen werden vor der Oberflächenbehandlung (ölen, lackieren, etc…) geschliffen. Damit werden Verunreinigungen sowie Druckstellen entfernt und eine gleichmäßige Oberfläche hergestellt. Geschliffen werden kann händisch, mit Handmaschinen oder großen, stationären Maschinen.

Für den Grobschliff empfiehlt sich bei weichen Hölzern eine Körnung 100 oder höher. Je härter die Holzart ist, umso feiner sollte bereits der Grobschliff sein (Kö 120 oder höher) damit langes Nacharbeiten vermieden werden kann.

Der Feinschliff erfolgt je nach Oberflächenbehandlung (Herstellerangaben beachten). Er sollte auf jeden Fall immer in Faserrichtung ausgeführt werden. Schleifspuren treten nach einer nicht-deckenden Oberflächenbehandlung meistens stärker hervor.

Zwischen Grob- und Feinschliff sollte in allen Zwischenstufen geschliffen werden (z.B: 100-120-150). Beginnen sie immer mit den Kanten und der am wenigsten sichtbaren Seite und machen sie die Sichtseite zum Schluss!

Schleifpapier